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Wie gemeinschaftliches Lernen sich auf die Bereitschaft für Hochschule und Karriere auswirken kann

Gruppenprojekte sind seit langer Zeit und aus vielen Gründen ein Grundstein des Unterrichts. Sie lenken die soziale Energie von Schülern in eine Lektion, beziehen Schüler ein, die sich in einer größeren Gruppe eher nicht zu Wort melden würden und unterbrechen die Unterrichtsroutine. Außerdem gibt es Unmengen von Beweisen dafür, dass Gruppenarbeit (kooperatives Lernen) Schülern dabei hilft, wertvolle Fähigkeiten zu erlernen, die sie noch bis an die Hochschule und in ihr Arbeitsleben mitnehmen. Tatsächlich sprechen sich die Lehrer und Lehrplanersteller, mit denen wir bei LanSchool zusammenarbeiten, für die Vorteile aus, die Integration von gemeinschaftlichem Lernen ins Klassenzimmer bringen.

Was genau ist kooperatives Lernen und wie hilft es Schülern?
Manche der führenden Forscher für kooperatives Lernen definieren es als „didaktischer Einsatz kleiner Gruppen, damit Schüler gemeinsam arbeiten und ihren eigenen Lernprozess sowie den der Mitschüler maximieren.“ Das umfasst formelles kooperatives Lernen, das von einer Unterrichtsstunde bis zu mehreren Wochen dauert und durch den Lehrer intensiv gelenkt wird; informelles kooperatives Lernen mit häufigen, schnellen Gruppengesprächen zum Lehrmaterial; und kooperative Basisgruppen, in denen Schüler langfristig zusammenarbeiten, ein Halbjahr oder ein ganzes Schuljahr lang.

In den letzten 50 Jahren haben zahlreiche Studien gezeigt, dass kooperatives Lernen unter Verwendung dieser Ansätze typischerweise zu „höherer individueller und Gruppenleistung, gesunderen Beziehungen unter Mitschülern, mehr Metakognition und besserer psychologischer Gesundheit und Selbstwertgefühl“ führt.

Diese höheren Leistungserfolge sind alles andere als geringfügig. Laut einer Studie kann das Einteilen von Schülern in kooperative Lerngruppen zu bis zu 28 % höheren Lernleistungen führen. Schülern dabei zu helfen, sich aufmerksam an Diskussionen zu beteiligen, kann sie dazu ermutigen, verschiedene Standpunkte einzunehmen, was nachweislich zu höherer Motivation und Empathie führt.

Bei unserer Zusammenarbeit mit Pädagogen erkennen wir immer wieder, dass kooperatives Lernen ein mächtiges Instrument dafür darstellt, Schüler hinsichtlich sozio-emotionaler Fähigkeiten als auch akademischer Leistungen zu Höherem zu führen. Wie also kreiert man die perfekte kooperative Lernerfahrung?

Die Bestandteile von erfolgreichem kooperativem Lernen
Basierend auf Forschungsarbeiten von Johnson, Johnson und Smith (1998) hat TeacherVision die folgenden fünf Eigenschaften einer kooperativen Lernerfahrung zusammengestellt, die Schüler zu positiven Ergebnissen führt:

1. Positive Wechselbeziehung
Gruppenaufgaben funktionieren am besten, wenn jeder Schüler sich dafür verantwortlich fühlt, zum Erfolg der gesamten Gruppe beizutragen. Manchen Schülern gelingt dies ganz natürlich, während andere Hilfestellung benötigen.

Eine Möglichkeit, das Engagement der Schüler sicherzustellen, ist es, jedem von ihnen eine bestimmte Rolle zuzuteilen. Diese Rollen können folgende umfassen:

  • Den Gutachter, der das Gruppenprojekt im Auge behält
  • Den Prüfer, der sicherstellt, dass alle Teammitglieder die Prinzipien verstehen und sich über das Fazit einig sind
  • Den Ausgestalter, der das aktuelle Gruppenprojekt mit vorherigen Aufgaben in Verbindung stellt
  • Den Sprecher, der die Schlussfolgerungen der Gruppe der Klasse vorstellt
  • Der Hinterfrager, der alle Schüler miteinbezieht, indem er bei der Arbeit aufschlussreiche Fragen stellt.

Die Schüler können sich ihre Rollen selbst aussuchen oder Sie teilen die Rollen zu basierend auf ihren Persönlichkeiten. Das Wichtige hierbei ist, dass jeder eine Verantwortung trägt und jede Rolle klar definiert ist.

2. Persönliche Interaktion
Ein Kennzeichen für ein erfolgreiches Projekt ist, wenn die Schüler sich bei der Arbeit aktiv gegenseitig ermutigen und unterstützen. Stellen Sie ihre Tische oder setzen Sie die Schüler so, dass Augenkontakt und ein fließendes Gespräch gefördert werden. Ein hilfreicher Tipp: Nutzen Sie die Funktion „Gruppenansicht“ in LanSchool, um die digitalen Aktivitäten der Schüler je nach Gruppe im Klassenraum zu überwachen. So können Lehrer mehrere Gruppenaktivitäten gleichzeitig handhaben, während die Schüler frei miteinander arbeiten können.

3. Individuelle und Gruppenverantwortung
Das Zuteilen einer Rolle pro Schüler fördert das Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Gruppe; dennoch ist es wichtig, jeden einzelnen am Ende für seinen Beitrag verantwortlich zu machen. Deshalb ist es eine gute Idee, nicht nur eine Gruppennote zu erteilen, sondern auch jedem einzelnen Schüler eine Note für seine individuelle Bemühungen zu geben.

Gruppenaufgaben können insofern strukturiert werden, dass es eine allgemeine Gruppenaufgabe gibt sowie einzelne Unteraufgaben, die jeweils einem Schüler zugeteilt werden. So kann jeder Schüler nach seiner Leistung in Bezug auf seine Unteraufgabe benotet werden. Dann können die Gruppennote und die Einzelnote zusammen genommen die Endnote des Schülers ergeben.

Oder die Schüler können eine Folgeaufgabe erhalten, bei der beispielsweise darüber reflektiert werden soll, wie die Gruppe zu ihrem Fazit gelangt ist, und so ihre Einzelnote erhalten.

4. Gruppenverhalten
Es ist wichtig, in Bezug auf das Arbeitsverhalten klare Erwartungen an jedes Gruppenmitglied zu stellen. Sie können gemeinsam mit den Schülern Verhaltensregeln vereinbaren, bevor die Gruppenarbeit beginnt. Erstellen Sie eine Checkliste mit Kompetenzen für Zusammenarbeit, an der die Schüler ihr Verhalten orientieren können.

Nach der Gruppeneinteilung sollte es eine Brainstorming-Sitzung geben, bei der ein paar typische Gruppensituationen besprochen werden und wie diese gehandhabt werden. Beispielsweise können Sie fragen, wie eine friedliche Lösung dafür aussieht, wenn ein Gruppenmitglied die anderen nicht ausreden lässt.

Gruppenarbeit kann ziemlich laut werden – vereinbaren Sie doch mit Ihren Schülern ein Signal, das Sie geben können, wenn es zu laut wird.

5. Gruppenbearbeitung
Am Ende muss die Arbeitsstunde mit einer Gruppenanalyse ihrer Arbeit abgeschlossen werden. Jede Gruppe sollte der Klasse ihr erlerntes Fachwissen vorstellen, einschließlich der Schlussfolgerungen und der Verfahren, mit denen sie diese erreicht haben. Sie sollten ebenfalls erläutern, wie sie gemäß den am Anfang der Stunde gegebenen Richtlinien zusammengearbeitet haben. Die Schüler können diesen zweiten Teil auch innerhalb ihrer Gruppen besprechen, wenn Sie denken, dass sie im eigenen Team offener und freier sprechen können.

Kooperatives Lernen lehrt mehr als ein Hochschulprofessor
Dies alles zusammengenommen summiert sich zu einer Lernerfahrung, die viel mehr beibringt als nur das Fach, das Sie unterrichten.

Laut einer neuen Studie der amerikanischen National Association of Colleges and Employers sagten 78 % der Arbeitgeber, dass sie nach Bewerbern suchten, die teamfähig waren. Dies war die am meisten gewünschte Fähigkeit, noch vor verbaler Kommunikation (70,5 %).

Eine weitere Umfrage unter Unternehmen, die Wirtschaftswissenschaftsabsolventen rekrutierten, ergab dass Kompetenzen wie orale Kommunikation, Zuhören, Präsentieren und das Wertschätzen anderer Meinungen unter den gefragtesten Eigenschaften erschienen.

Das Erlernen von guter Zusammenarbeit in diversen Gruppen kann Schülern ebenfalls lehren, am Arbeitsplatz „offenere“ und von Diversität gekennzeichnete Netzwerke zu kreieren – eine Fähigkeit, die als der wichtigste Indikator für beruflichen Erfolg schlechthin gilt.

Schüler, die lernen, Gruppenarbeit aufmerksam und analytisch anzugehen, werden sich problemlos in Karriere- und Hochschulumgebungen anpassen und erfolgreich sein, wo tagtäglich Problemlösungen im Team erforderlich sind. Während Sie also Ihr nächstes Gruppenprojekt planen, denken Sie daran, dass diese Lehrmethode nicht nur effektiv neue Konzepte lehrt, sondern eine wahre Chance ist, Ihren Schülern wertvolle sozio-emotionale Kompetenzen beizubringen, die ihnen ihr Leben lang nutzen werden.